Lawinen-Ereignisse in Graubünden


«Die frostige Windsbraut schiesst mit ihren gewaltigen weissen Fittichen mit solch rasender Schnelligkeit aus ihrem hohen Winterhorste in die Tiefe, dass der Wanderer beim kaum gebornen Fluchtgedanken von ihr schon erfasst, sein Bewusstsein erstickt und sein Körper in die Falten ihres Schneegewandes zu Grabe gelegt ist.»

Johann Wilhelm Fortunat Coaz In: Die Lauinen der Schweizeralpen, 1881


Zu den grössten überlieferten Lawinenkatastrophen in Graubünden gehören folgende Ereignisse:

  • Davos, 1440 (11 Todesopfer)
  • Disentis, 1459 (die im Jahr 804 erbaute St. Placidus-Kirche wird zerstört, 16 Personen werden getötet)
  • 1598, Südtäler, Schams, Vals (je nach Quelle 100 bis 120 Todesopfer)
  • Davos, 1602 (13 Todesopfer, 70 zerstörte Gebäude)
  • Davos, 1609 (Lawinenabgang bei der Pfarrkirche Dorf; je nach Quelle 16 bzw. 26 Tote)
  • Ftan, 1675 (16 Todesopfer)
  • Saas, St. Antönien, 1689 (72 Todesopfer, 150 zerstörte Gebäude)
  • Ftan, 1720 (36 Todesopfer)
  • Rueras, 1749 (40 Todesopfer, 62 zerstörte Gebäude)
  • Selva, 1808 (25 Todesopfer)
  • Graubünden, 1951 (57 Todesopfer)
  • Davos, 1968 (13 Todesopfer)

In der Neuzeit kam es zu folgenden Ereignissen:

  • Samnaun, 1984 (4 Todesopfer)
  • Graubünden, 1999 (1 Todesopfer)

Quellen Schild, M.: Lawinen. Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, 1972 / Hilfiker, M., Fischer, M., Weidmann, M.: Hundert Jahre Gebäudeversicherung in Graubünden. Vordenken – Nachdenken. Verlag GVG, 2007.
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Weiterführende Literatur


Martin Laternser, Christian Pfister: Avalanches in Switzerland 1500-1990. In: Frenzel, B.; Matthews, J.A.; Gläser,B.; Weiss, M.M. (ed): Rapid mass movement as a source of climatic evidence for the Holocene. Paleoclim. Res. 241–266

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«Schnee-Lauwen, oder Schnee-Brüche, wie sich dieselbige ab gähstotzigen Gebirgen fast senkrecht herunder stürzen.» Kupferstich von Düringer, 1754