Schutz vor Lawinen in Graubünden

Ohne Wald sind die Lawinen los

Seit Jahrhunderten ist der Wald der zuverlässigste Lawinenschutz in den Bündner Tälern. Wo er durch Brände, Rodungen, Übernutzungen oder Stürme gelichtet wurde, erhielten Lawinen die Gelegenheit, sich auszutoben. So wurde im Eidgenössischen Forstgesetz von 1902 festgelegt, dass die Fläche der Gebirgswälder nicht verkleinert werden darf.

Lawinenzähmende Bauwerke

Wo es früher keinen Wald gab, wo es ihn auch heute nicht gibt – insbesondere oberhalb der Waldgrenze – muss der Mensch Bauwerke erstellen, um sich vor Lawinen zu schützen. Diesbezüglich gibt es drei verschiedene Formen von Bauwerken:

  • solche, die verhindern, dass eine Lawine entsteht
  • solche, die eine niedergehende Lawine lenken – über eine Strasse hinweg oder an einem Gebäude, an einer Siedlung vorbei
  • solche, die eine niedergehende Lawine abbremsen und auffangen.

Lawinenverbauungen sind über den ganzen Kanton verteilt. Schwerpunkte sind die schneereichen Gebiete wie die Landschaft Davos, das Engadin, Samnaun und die obere Surselva sowie Hänge oberhalb der Hauptverkehrsachsen.

Die gesamte Länge aller Lawinenverbauungen in Graubünden beträgt 279 Kilometer – dies entspricht der Distanz Chur – Zürich – Bern.

Quelle “Schutzbauten in Graubünden – für mehr Sicherheit vor Naturgefahren”. Faktenblatt Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden, September 2011
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Die verschiedenen Typen von Lawinenverbauungen in Graubünden.

Quelle “Schutzbauten in Graubünden – für mehr Sicherheit vor Naturgefahren”. Faktenblatt Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden, September 2011
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Weiterführende Literatur


Schutzbauten in Graubünden – für mehr Sicherheit vor Naturgefahren. Faktenblatt des Amt für Wald und Naturgefahren, 2011.


Nationale Plattform Naturgefahren PLANAT: Beurteilung der Wirkung von Schutzmassnahmen gegen Naturgefahren als Grundlage
für ihre Berücksichtigung in der Raumplanung. Teil B: Lawinen. PLANAT, 2008


Links


Lawinen-Schutzbauten in ihrem Lebensraum
Diese detailierte Karte zeigt Ihnen, ob es Schutzbauten gibt, die ihren Lebensraum vor Lawinen schützen.

Karte mit den Lawinen-Schutzbauten in Graubünden


Ein Blick in die Vergangenheit – wie man sich vor über 100 Jahren vor Lawinen schützte.

Die Bäche, Schneelawinen und Steinschläge und die Mittel zur Verminderung der Schädigungen durch dieselben Elias Landolt, 1886.

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Unesco-Welterbe. Lawinengalerie der RhB bei Bergün-Muot.


Bild Markus Weidmann / Amt für Wald und Naturgefahren