Schutz vor stürzendem Fels in Graubünden

Grundsätzlich ist man am besten geschützt, wenn man Gebiete meidet, Gebiete nicht bebaut, die bezüglich stürzendem Fels gefährdet sind.

Schutz bezüglich Steinschlag

Bezüglich Steinschlag gibt es verschiedenste Möglichkeiten, Menschen und Gebäude zu schützen. Die wichtigsten:

  • verhindern, dass sich Gestein löst und in Bewegung gerät
  • einen Ereignis lenken, abbremsen und im besten Fall aufhalten
  • Gebäude / Bauwerke anpassen

Die gesamte Länge aller Steinschlag-Verbauungen in Graubünden beträgt 37 Kilometer.

Steinschlagverbauungen gibt es primär im Albulatal, im Unterengadin, im Puschlav und im Schanfigg. Der Steinschlagverbau hat in den letzten Jahrzehnten generell zugenommen. Ein Grund dafür dürften die verfeinerten geologischen Beurteilungsmethoden sowie leistungsfähigere Werktypen sein.

Schutz bezüglich Felssturz und Bergsturz

Kleinere Felsstürze lassen sich mit massiven Dämmen ablenken oder aufhalten. Grössere Felsstürze sowie Bergstürze lassen sich jedoch weder verhindern, ablenken noch auffangen.
Da sie sich manchmal schon Tage oder Wochen im Voraus durch auffallende Steinschlag-Aktivität ankündigen und auch recht gut mit Frühwarn-Systemen überwachen lassen, kann man ihnen aber in den meisten Fällen rechtzeitig ausweichen.

Quelle “Schutzbauten in Graubünden – für mehr Sicherheit vor Naturgefahren”. Faktenblatt Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden, September 2011
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Die verschiedenen Typen von Steinschlag-Verbauungen in Graubünden.

Quelle “Schutzbauten in Graubünden – für mehr Sicherheit vor Naturgefahren”. Faktenblatt Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden, September 2011
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Weiterführende Literatur


Schutzbauten in Graubünden – für mehr Sicherheit vor Naturgefahren. Faktenblatt des Amt für Wald und Naturgefahren, 2011.


Bundesamt für Umwelt BAFU (Hrsg.): Berücksichtigung der Massenbewegungsgefahren bei raumwirksamen Tätigkeiten. Bern, 1997


Nationale Plattform Naturgefahren PLANAT: Beurteilung der Wirkung von Schutzmassnahmen gegen Naturgefahren als Grundlage
für ihre Berücksichtigung in der Raumplanung. Teil C: Sturzprozesse. PLANAT, 2008


Links


Steinschlag-Schutzbauten in ihrem Lebensraum
Diese detailierte Karte zeigt Ihnen, ob es Schutzbauten gibt, die ihren Lebensraum vor Steinschlag schützen.

Karte mit den Steinschlag-Schutzbauten in Graubünden


Ein Blick in die Vergangenheit – wie man sich vor über 100 Jahren vor Steinschlag schützte.

Die Bäche, Schneelawinen und Steinschläge und die Mittel zur Verminderung der Schädigungen durch dieselben Elias Landolt, 1886.

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Zu-fall. Am 24. Juni 1971 schlägt ein Felsblock ein grosses Loch in ein Haus in Campascio. Am 9. Juni 2008 stürzt auf dasselbe Haus wieder ein Felsblock derselben Grösse zu – und bleibt praktisch an der gleichen Stelle liegen.


Bilder Amt für Wald und Naturgefahren