Die Sturm-Gefahr in Graubünden

Generell ist die Sturmgefährdung im Innern der Alpen und damit auch in Graubünden deutlich geringer als im nördlichen Flachland. Insbesondere die klassischen Winterstürme sind meist Flachland-Ereignisse und betreffen den Alpenraum (wenn überhaupt) nur regional und nicht flächig.

In Graubünden werden die grössten Schäden von Westwind-Stürmen verursacht. Falls sich ihre Zugbahnen tatsächlich (wie es die gegenwärtig vorliegenden Modellrechnungen ankündigen) gegen Norden verschieben, ist in Graubünden in Zukunft eher mit weniger winterlichen Westwind-Stürmen zu rechnen. Gewitterstürme hingegen werden in den kommenden Jahrzehnten häufiger auftreten.


Schadenverursachende Windböen

Wie häufig treten in Graubünden Windböen auf, die die Kraft haben, Gebäudeschäden zu verursachen? Diese Karte gibt auskunft.

Sie zeigt, welchen Staudruck potenziell schadenverursachender Wind, der statistisch einmal in 50 Jahren auftritt, auf freiem Feld in 10 Metern Höhe auf ein Gebäude ausübt. Je grösser der Staudruck, desto grösser die Beanspruchung des Gebäudes durch den Wind.

Windkarte_norm_sia_261_2003

1 … Böengeschwindigkeit 139 km/h, Staudruck 0.9 kN/m2

2 … Böengeschwindigkeit 154 km/h, Staudruck 1.1 kN/m2

3 … Föhntäler. Böengeschwindigkeit 168 km/h, Staudruck 1.3 kN/m2

4 … Böengeschwindigkeit 154 – 285 km/h, Staudruck 1.1 – 3.3 kN/m2

5 … Böengeschwindigkeit 174 – 285 km/h, Staudruck 1.4 – 3.3 kN/m2

6 … Kreten und Gipfel (hoch gelegene, exponierte Zonen). Böengeschwindigkeit 285 km/h, Staudruck 3.3 kN/m2

Quelle: Präventionsstiftung der Kantonalen Gebäudeversicherungen: Sicherheit von Dächern und Fassaden bezüglich schadenverursachendem Wind. Bern, 2010


Weiterführende Literatur


Windkarte der Norm SIA 261 (2003)


Präventionsstiftung der Kantonalen Gebäudeversicherungen: Sicherheit von Dächern und Fassaden bezüglich schadenverursachendem Wind. Bern, 2010

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Topless. Am 27. Februar 1990 reisst ein Sturmwind einem Ferienhaus in Fideris das Dach weg.


Bild Gebäudeversicherung Graubünden

Quellen Klimaerwärmung und Naturgefahren. Bündner Wald 3, 2007 / Stephan Bader, MeteoSchweiz