Weniger Überschwemmungen und Murgänge dank Schutzwald

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Der Schutzwald schützt vor Hochwasser, indem er bei Regen oder Schneeschmelze die Menge des abfliessenden Wassers reduziert und dosiert. Je tiefer und dichter das Wurzelwerk der Bäume, desto besser ist die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern und wieder dosiert abzugeben.

Im Uferbereich eines Wildbaches hält das Wurzelwerk der Bäume den Untergrund zusammen (sogenannte «Armierung des Bodens»). Dadurch ist der Boden bis zu einem gewissen Grad vor Erosion geschützt. Führt der Wildbach Hochwassser, wird er dank dem Erosionsschutz der Bäume nicht so rasch zu einem Murgang.


«Wenn Lawinen und Rüfen von Jahr zu Jahr häufiger werden, und die Sicherheit unsrer Handelsstrassen vermindern, wenn Erdschlipfe ganze Regionen verwüsten und unsre Flüsse zu unbezähmbarer Wuth anschwellen, so sind dies grossen Theils die Folgen der Misshandlung unsrer Wälder.»

Ein Wort über die Behandlung und Benutzung der Wälder in Bünden In: “Der neue Sammler: ein gemeinnütziges Archiv für Bünden”, Band 7, 1812


Weiterführende Literatur



Agnes Nienhaus: Das Hochwasser von 1834 als Wendepunkt für die moderne Forstwirtschaft? Institutionalisierungsprozesse im Bereich der Waldnutzung in Graubünden. Schweiz. Z. Forstwes. 152 (2001) 12: 515–520

Ein Wort über die Behandlung und Benutzung der Wälder in Bünden. Der neue Sammler : ein gemeinnütziges Archiv für Bünden. Band 7 (1812), Heft 1


P.C. von Planta: Waldbüchlein. Ein Wort zur Beherzigung an’s Bündnervolk. Forstkommission, 1848.


Links


Schutzwald in ihrem Lebensraum
Diese detailierte Karte zeigt Ihnen, ob es Schutzwald gibt, der Sie und Ihren Lebensraum vor Hochwasser und Murgängen (Rüfen) schützt.

Karte mit Schutzwald in Graubünden

Zu den Farben der Schutzwälder in dieser Karte

Rot Bedeutender Schutzwald. Steht meist unmittelbar oberhalb von Siedlungen. Er schützt diese vor grossen Schäden, welche durch Lawinen, Steinschlag, Murgang oder Rutschungen entstehen könnten.

Orange Dieser Schutzwald schützt vor geringeren Schäden, welche durch Lawinen, Steinschlag oder Rutschungen entstehen könnten.

Blau Dieser Schutzwald schützt ebenfalls vor geringeren Auswirkungen. Er befindet sich meist im hinteren Teil von Gerinne-Einzugsgebieten. Hier besteht seine primäre Schutzwirkung darin, dass er vor allem tieferliegende Verkehrsträger vor den Auswirkungen von Hochwasser schützt.

Bilderbuchschönheit Schutzwald oberhalb von Sufers.


Bild Markus Weidmann / Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden

Quellen Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden: Faktenblatt «Naturgefahren bedrohen Menschen seit Jahrtausenden», 2009 / Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald (NaiS): Anhang 1